Prozess gegen NS-Täter Sören Kam gefordert

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Dieser Tage forderte das Simon-Wiesenthal-Zentrum erneut (es forderte 2006 bereits die Auslieferung an Dänemark) von Deutschland, den SS-Mörder Sören Kam (der in Kempten/Allgäu lebt) vor Gericht zu stellen (siehe die dpa- Meldung in der "Augsburger Allgemeine" und "Allgäuer Zeitung" vom 31.8.2013).

Sören Kam hat als Angehöriger einer dänischen SS-Einheit im Jahre 1943 mit zwei Helfern den dänischen Journalisten Clemmensen erschossen. Die Aktion war Bestandteileiner Säuberungsaktion, in der die deutschen Besatzer und ihre Kollaborateure im Herbst 1943 rund 125 Menschen ermordeten.

Sörensen entwich 1945 nach Deutschland, lebte dort jahrelang unter falschem Namen und erhielt schließlich 1956 gemäß dem "Führererlaß" (der bestimmte, daß ausländische SS-Angehörige automatisch Deutsche sind) die deutsche Staatsbürgerschaft. Wiederholte Auslieferungsanträge Dänemarks wurden abgelehnt, zuletzt entschied 2007 das Oberlandesgericht München, daß es sich bei der Tat um Totschlag gehandelt habe und der sei verjährt. In Dänemark verjährt auch Totschlag nicht.

Sören Kam arbeitete jahrelang unbehelligt als Vertriebsleiter einer großen Kemptener Brauerei. Im Jahr 1995 war er in einem Fernsehbericht vom "Ulrichsbergtreffen" in Österreich mit zum Hitlergruß erhobenen Arm zu sehen. Dort finden sich regelmäßig Veteranen der Waffen-SS ein und auch Jörg Haider und eine Himmlertochter waren regelmäßige Gäste. Sören Kam ist Ritterkreuzträger und besitzt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse.

2007 wurde weiterhin bekannt, daß er maßgeblich an der Vorbereitung der Verhaftung der dänischen Juden beteiligt war (die letztlich nicht wie geplant erfolgen konnte, da die meisten dänischen Juden vorher nach Schweden fliehen konnten).

Siehe hierzu auch:
http://www.de.wikipedia.org/wiki/Soeren_Kam

Text: Kurt Wirth

 
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